Schulpartnerschaft mit Léon/Nicaragua

Seit dem Jahr 2004 ist die Schule San Sebastián unsere Partnerschule. León liegt im Nord-Westen von Nicaragua nahe der Pazifik-Küste und ist seit 1989 Partnerstadt von Hamburg. 

Fünf Jahre zuvor wurden bereits Schulpartnerschaften zwischen den Städten ins Leben gerufen. Zur Zeit beteiligen sich 25 Hamburger Schulen an diesen „hermanamientos" – (hermana heißt Schwester).

Inzwischen ist es eine jährliche Tradition – auch an unserer Schule – im September blaue Tonnen mit gespendetem Schul-Material für die Partnerschule in León zu packen. Alle Tonnen werden gemeinsam im Container per Schiff nach Nicaragua transportiert.

Eine weitere gute Tradition hat an unsere Schule Fuß gefasst: Jedes Jahr veranstalten wir ein Weihnachtskonzert in der Christuskirche. Alle Klassen tragen mit Liedern oder Gedichten dazu bei. Und am Ende bitten wir um Spenden für die „Escuela San Sebastián".

So können wir dort für verschiede Projekte auch finanzielle Hilfe leisten: 2006 wurden neue Toiletten installiert, 2007 eine Reparatur am Dach durchgeführt und 2008 wurde eine Schulküche eingerichtet. Dies ist alles ist für unsere Partnerschule eine große Hilfe und dafür sei auch an dieser Stelle allen Spendern herzlich gedankt. Neben den Spendenaktionen gibt es auch Briefkontakte, Fotos gehen hierher und dorthin, ebenso gemalte Bilder und kleine Briefe der SchülerInnen.Einige Fakten zur Schule San Sebastián: sie liegt mitten in der Stadt nahe beim Zentralmarkt; viele der 97 Schüler müssen nachmittags auf dem Mark ihren Eltern mithelfen um ihre Familien zu unterstützen; oft kommen sie aus sehr armen Verhältnissen. In der Schule unterrichen 3 Lehrerinnen, Beatrice Alvarez ist für die Verwaltung zuständig. Es gibt Jahrgangsklassen 1/2, 3/4 und 5/6. Die Lehrerinnen,die die Partnerschaft in San Sebastián betreuen heißen: Maria Mercedes Marenco und Gladis Quintana.

 

Für alle Spenden sind wir sehr dankbar, für Geldspenden gibt es auch Spendenbescheinigungen.

 

 

 

Reisebericht 2012

Zum dritten Mal – zuvor 2004 und 2009 – reiste Frau Falk-Schürle im Juni 2012 mit einer Delegation der Hamburger GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) nach León/Nicaragua, um die Hamburger Partnerschulen zu besuchen.

Sie berichtet: zum Auftakt unseres Besuches und zum Empfang unserer Delegation fand mit den Partnerschulen ein großer Umzug zur Plaza San Juan statt. Die SchülerInnen trugen Partnerschaftsplakate, Fahnen und weitere Besonderheiten mit sich. Aus der Schule San Sebastián hatte eine Lehrerin auch ein Gedicht gemacht:

 

Akrostichon  

 

H ermanos a Nicaragua llegaron

A vistitar a nuestras escuelas hermanas.

M uchas gracia le damos por su generosidad y ayuda.

B ienvenidos a nuestra tierra de lagos y volcanes.

U nidos en un abrazo Hamburgo y León.

R ecorremos este camino de amor y amistad.

G racias maestras y maestros.

O rgullosos nos sentimos de constar con su amistand.

 

(freie Übersetzung)

 

Hierher nach Nicaragua sind unsere Partner gekommen

A uf einen Besuch in den Partnerschulen.

M uchas Gracias – vielen Dank – sagen wir ihnen für die großzügige Hilfe.

B ei uns im Land der Seen und Vulkane heißen wir euch herzlich willkommen

U nd wir fühlen die Verbundenheit zwischen Hamburg und León wie eine Umarmung.

Reisen und weitergehen wollen wir zusammen auf dem Weg der Liebe und Freundschaft.

G anz herzlichen Dank euch Lehrerinnen und Lehrern

O ja, wir sind froh, dass unsere Partnerschaft besteht.

 

 

Es gab selbst gemachte Spezialitäten und Tanzdarbietungen. Die Partnerschulen besuchten wir tags darauf in kleinen Gruppen. Für uns gab es einen herzlichen Empfang in der Escuela San Sebastián. Wie viel Dankbarkeit strahlte uns entgegen! Einige Schüler führten etwas auf, auch das oben erwähnte Hamburg-Gedicht trugen die Kinder vor und stellten sich mit den passenden Buchstaben dazu auf. Ein weiteres selbst verfasstes Gedicht von Maria Mercedes wurde uns zum Tanz der „Gigantona“ vorgetragen; das ist eine übergroße Puppe aus den Legenden Nicaraguas (eine kleine „Gigantona“ bekamen wir für unsere Schule Bovestraße überreicht). Anschließend gab es Torte und Saft für alle. Nach dem Aufräumen durften die Kinder auch schon nach Hause gehen.

Mit den drei Lehrerinnen der Schule – ehedem waren es fünf – Maria Mercedes, Gladys und Margie besprachen wir die derzeitige Situation. Bei 97 Kindern gibt es nur noch drei Klassen. Jeweils zwei Jahrgänge sind zusammengefasst: 1/2, 3/4 und 5/6 . Seit vier Jahren gibt es für alle Kinder die tägliche Mahlzeit in der Schule, jeweils von Müttern vorbereitet, die Grundnahrungsmittel dafür, Reis, rote Bohnen und Öl, stellt die Regierung kostenlos. Dadurch ist der Schulbesuch regelmäßiger geworden. Noch einmal sagen die Lehrerinnen mir, welche Freude es ist, wenn die blauen Tonnen mit Schulmaterial von unserer Schule ankommen und bedanken sich nochmals herzlich dafür. Jedes Kind bekommt etwas davon. Der Renner waren die kleinen Rucksäcke, die wir beim letzten Mal mitgeschickt hatten. Die leeren blauen Tonnen werden dann als Behältnisse zur Lagerung von Lebensmitteln benutzt.

Neue Hilfe wird jetzt dringend für Dach-Reparaturen gebraucht, leider ist das Dach an verschiedenen stellen kaputt und undicht; bei heftigen Regenfällen, die es gerade jetzt in der Regenzeit gibt, läuft das Wasser in die Klassenräume, so dass dann kein Unterricht mehr möglich ist. Wir sehen uns die Schäden selbst an. Für die Ausbesserungs-Arbeiten sind die Spenden von unseren Weihnachts-konzerten hier ganz wichtig und hilfreich.

Gladys berichtet uns von einem Mädchen in ihrer Klasse, Manuela, die sehr begabt aber taubstumm ist. Gladys hat kein spezielles Fördermaterial für sie, sie lernt einfach mit den anderen Kindern mit – Inklusion? Inzwischen habe ich von Deutschland aus ein Buch zur Gebärdensprache in Spanisch besorgt und dorthin geschickt in der Hoffnung, dass Manuela dadurch für sich noch mehr lernen kann.

Während unserer Besuchswoche in León fand auch der „Dia del Maestro“, der Tag des Lehrers statt mit einer größeren Demonstration der Lehrer-Gewerkschaft ANDEN durch die Stadt. Es war ein Zusammentreffen von LehrerInnen aus dem ganzen Land. Mit besonderen Veranstaltungen wurde die Arbeit der LehrerInnen gewürdigt.

Zum Ende der Woche machten wir gemeinsam mit den PartnerschaftslehrerInnen einen Busausflug zum Strand von Poneloya (20 km von León entfernt am Pazifik). Auch hier gab es regen Austausch zwischen den Gruppen. Barbara aus unserer Gruppe war unermüdlich und sicher beim Über-setzen vom Spanischen ins Deutsche für uns und umgekehrt. Ich selbst hätte mir mehr Sprachsicherheit gewünscht.

Nach dieser erlebnis- und für die Partnerschaften erfolgreichen Woche mit intensiven Begegnungen machte sich unsere Gruppe auf die Weiterreise durch das wunderschöne Land in die Vulkanregion um Masaya, auf die Insel Ometepe im großen Nicaragua-See und in die alte, kolonialgeprägte Stadt Granada. Auch hier begegneten wir vielen fröhlichen und aufgeschlossenen Menschen.

 

Verantwortlich für dieses Projekt ist Frau Arends.